Projekte
Hier finden Sie Informationen zu unseren aktuellen Projekten.
Die Tagebücher der Renate Brockpähler (1938-1946)
Renate Brockpähler aus Münster schrieb seit ihrem 11. Lebensjahr regelmäßig in ihr Tagebuch. Die zehn überlieferten Tagebücher decken die Zeit zwischen 1938 und 1946 ab. Sie berichtet darin über ihren Alltag als Jugendliche zur Zeit des Nationalsozialismus, der zunehmend vom Krieg geprägt wurde. Neben Äußerungen über Schulnoten und Kinobesuche stehen Bemerkungen über Bombenalarme und das Kriegsgeschehen. Auf Berichte über Familienurlaube folgen Passagen, die zeigen, wie die Heranwachsende von nationalsozialistischer Propaganda und Indoktrination geprägt wurde und wie sie diese übernahm. Die Tagebücher gehen mehr als ein Jahr über das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft hinaus. Sie zeigen das „böse Erwachen“, das persönliche Realisieren, auf die Propaganda eines verbrecherischen Regimes hereingefallen zu sein. [mehr]
Wissenschaftliche Biografie von Martha Bringemeier (1900-1991)
Martha Bringemeier (1900-1991) war eine von nur wenigen Frauen, die nach dem Ersten Weltkrieg erfolgreich eine wissenschaftliche Karriere in der Volkskunde vorangetrieben haben. Seit 1929 war ihr beruflicher Werdegang eng mit der Volkskundlichen Kommission für Westfalen verknüpft. Als wissenschaftliche Referentin und als langjährige Geschäftsführerin hat sie die Arbeit dieser wissenschaftlichen Landesstelle geprägt. Für ihre Leistungen wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz und mit einer Ehrenprofessur gewürdigt. [mehr]
Kioskkultur(en). Von der Trinkhalle zum Dritten Ort
Spätestens seit der Einführung des jährlichen „Tags der Trinkhallen“ 2016 im Ruhrgebiet, ist vielen Menschen der Kiosk, auch bekannt unter den Begriffen Trinkhalle, Bude, Büdchen, Seltersbude oder speziell in Frankfurt Wasserhäuschen, wieder stärker ins Bewusstsein gerückt. 2021 wurde die Trinkhallenkultur im Ruhrgebiet zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Dabei sind Kioske und Trinkhallen gar kein auf das Ballungszentrum Ruhrgebiet konzentriertes, noch ein rein deutsches Phänomen. [mehr]
Reife bescheinigen: Abiturakten Aufbauschule Petershagen
Abiturakten sind eine historische Quelle, die nicht nur Aussagen zu individuellen Schulkarrieren, sondern auch zur Entwicklung einer Bildungslandschaft und zu Konzepten von Bildung und Reife zulässt. Sie bestehen aus einer detaillierten Dokumentation der Vorbereitungen und Durchführung der Prüfung und enthalten auch selbst verfasste Lebensläufe der Schüler:innen sowie Gutachten des Kollegiums über die Prüflinge. [mehr]
Abgeschlossene Projekte
Hier finden Sie Informationen zu einer Auswahl abgeschlossener Projekte.
Bäuerlich-ländliche Familienfotoalben
1965 veröffentlichten Pierre und Marie-Claire Bourdieu in der Revue française de sociologie „Le paysan et la photographie“. Dieser Artikel wurde in mehrere Sprachen übersetzt und breit rezipiert. In der Forschung zu den sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie hat sich die darin formulierte These etabliert, dass im bäuerlichen Alltag weniger und seltener spontan fotografiert wurde, als in den classes moyennes. Während das Fotografieren und Fotoalben aus vielen sozialen Kontexten seither eingehend untersucht wurden, liegen zu bäuerlichen Milieus keine Forschungen vor. [mehr]