Andreas Eiynck
Beim Begriff Denkmalpflege denkt man zunächst an materielles Kulturerbe wie historische Gebäude, Wandmalereien oder bedeutende Einrichtungsstücke. Zu deren Herstellung waren jedoch spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten erforderlich, die in der heutigen Handwerkspraxis gar nicht mehr oder nur noch selten zur Anwendung kommen. Dies führt bei Restaurierungen von Baudenkmälern oder historischen Objekten häufig zu Schwierigkeiten, denn wie soll man Dinge restaurieren, wenn niemand mehr die alten Techniken beherrscht?
Um diese Lücke zu schließen wurde Anfang der 1980er-Jahre an der Akademie des Handwerks auf Schloss Raesfeld im Münsterland der Studiengang „Restaurator im Handwerk“ eingerichtet und ausgestattet. Handwerksmeister und Meisterinnen aus Berufen wie Steinmetz, Maurer und Betonbauer, Zimmerleute, Tischler, Maler, Stuckateure, Raumausstatter und Polsterer, Schmiede und Metallbauer können hier seitdem die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten für den Einsatz in der Denkmalpflege erwerben. Der geschützte Studienabschluss „Restaurator im Handwerk“ wurde zunächst einem Bachelorabschluss gleichgesetzt und 2022, verbunden mit einer starken Erweiterung der Kursinhalte, zu einem „Master Professional“ erweitert. Die Ausbildung erfolgt 24 Monate lang berufsbegleitend in Theorie- und Praxisseminaren in den Werkstätten auf Schloss Raesfeld.