Sebastian Schröder
Der preußische Beamte Karl August Holsche, Verfasser einer umfangreichen Landesbeschreibung der Grafschaft Tecklenburg aus dem Jahr 1788, wird, selbst wenn er es nicht ausdrücklich erwähnt, mit ziemlicher Sicherheit die Landesbeschreibung vom Wersener Pfarrer Rump aus dem 17. Jahrhundert gelesen haben. Dieser Geistliche spürte unter anderem Relikten aus grauer Vorzeit nach und meinte gleich an mehreren Orten im Tecklenburger Land Spuren heidnischer Kultur entdecken zu können. Wie positionierte sich Holsche dazu? Im Kapitel „Von Religion und Schulwesen“ schrieb er zu diesem Thema: „Was für Götzen die Tecklenburger in heidnischen Zeiten angebetet und verehret haben, will ich Alterthumsforschern überlassen, sie sollen wohl samt ihren Nachbarn mit gleicher Brühe begossen gewesen seyn.“ Unverkennbar schwingt in diesen Worten eine gewisse Skepsis mit gegenüber bestimmten Legenden und Mythen. So heißt es weiter: „Ohnweit Tecklenburg auf dem Leeder Berge ist der Herkenstein, ein etwas erhabner Fels, wovon man sagt, daß hier die Heiden einen Götzen verehret und geopfert haben sollen. Es findet sich hievon aber kein Beweiß.“ Ebenfalls bezweifelte Holsche die Existenz der sagenhaften Göttin Teckla, der angeblichen Namensgeberin der von ihr erbauten Burg und somit Begründerin der nach ihr benannten Grafschaft Tecklenburg. Holsche betonte: „Man erzählet Legenden von ihr, welche unwahrscheinlich sind und hier keinen Platz verdienen.“