Seine Heimat in seinen Erzählungen, den Bühnenstücken und der Musik
Nie nennt er den Ortsnamen und sicherlich könnten viele seiner Erzählungen auch in anderen Dörfern spielen, dennoch erahnt man stets, dass er bei den Orten der Handlung seiner Erzählungen oft an seinen Heimatort Mesum gedacht hat. Neben einigen Romanen entstanden insbesondere kleine Alltagsgeschichten und Gedichte mit feinem Humor.
So erzählt er in „Piefke mit der Kappesschabe“ aus dem Jahr 1965 vom alten Piefke in seinem Heimatdorf, der als Maurer in der Winterzeit von Tür zu Tür ging, um in den Häusern das Weißkraut zu schaben und damit sein ‚Schlechtwettergeld‘ aufzubessern: „Seine Kollegen gingen meist als Hausschlachter aus, doch Piefke zog an den Mond durchdämmerten Herbstabenden durch das Dorf: Mit dampfendem Pfeifchen, den Stock in der Faust und die „Kappesschabe“ am ledernen Riemen gewichtig zur Seite. So trat er eines Abends mit seinem Gerät über unsere Schwelle. Er klemmte das Hobelbrett an der Tischkante fest und stellte seinen Handstock als Stütze darunter. Hiernach zog er den Rock aus, trank schnell noch ein Schnäpschen und begann dann sein Werk“. (S. 193)
So erzählt er in „Piefke mit der Kappesschabe“ aus dem Jahr 1965 vom alten Piefke in seinem Heimatdorf, der als Maurer in der Winterzeit von Tür zu Tür ging, um in den Häusern das Weißkraut zu schaben und damit sein ‚Schlechtwettergeld‘ aufzubessern: „Seine Kollegen gingen meist als Hausschlachter aus, doch Piefke zog an den Mond durchdämmerten Herbstabenden durch das Dorf: Mit dampfendem Pfeifchen, den Stock in der Faust und die „Kappesschabe“ am ledernen Riemen gewichtig zur Seite. So trat er eines Abends mit seinem Gerät über unsere Schwelle. Er klemmte das Hobelbrett an der Tischkante fest und stellte seinen Handstock als Stütze darunter. Hiernach zog er den Rock aus, trank schnell noch ein Schnäpschen und begann dann sein Werk“.
Josef Kamp erzählt Begebenheiten des dörflichen Lebens, beschreibt typische Charaktere des Münsterlandes und hebt die Natur heraus. Heimat ist sein zentrales Thema. Heimat, das sind für ihn die stillen Winkel und Dorfwege, das ist die Schankwirtschaft mit Kolonialwarenladen seiner Eltern und das sind die Felder und Bauernhöfe der näheren Umgebung. Aber auch die Nachbarorte Elte und Emsdetten, das nahe gelegene Venn und die weiter entfernte Stadt Münster werden zu Schauplätzen seiner Erzählungen.
Seine schriftstellerische Arbeit hat ihm auch einen Eintrag ins Lexikon westfälischer Autorinnen und Autoren und in Kürschners Deutschen Literaturkalender eingebracht.
Kamp prägte das kulturelle Leben seines Dorfes wie kein anderer und benennt die Pflege des Schönen, die Bewahrung des Heimatlichen und die Rückbesinnung auf christlich geprägte Werte als wichtig. So mag es nicht verwundern, dass auch kleine Bühnenstücke, die als Laienspiele auf Bühnen Mesumer Gaststätten in den 1950er Jahren aufgeführt wurden, aus seiner Feder stammen. Auch in diesen finden sich die dörflichen Strukturen und Traditionen wieder.