Christiane Cantauw
Seit einigen Jahren benennen wir für das Alltagskultur-Blog jeweils ein Jahresschwerpunktthema, zu dem in loser Folge Beiträge veröffentlicht werden. Im vergangenen Jahr haben wir um Zusendungen zum Thema „Sammeln und Aufbewahren“ aufgerufen; in insgesamt 13 Beiträgen konnte dieser thematische Schwerpunkt von unterschiedlicher Warte her beleuchtet werden. Mit dem Themenfeld „Arbeit(en)“ wenden wir uns in diesem Jahr einem Bereich zu, der in der gesellschaftspolitischen Wahrnehmung um einiges präsenter ist. Angesichts von New Work, Fachkräftemangel, Arbeitsmigration, Work-Life-Balance, Renten- und Lebensarbeitszeitdiskussionen, um nur einige aktuelle Diskussionspunkte zu nennen, erscheint es uns angebracht, sich mit Fragen des historischen und aktuellen Arbeitens und seinen alltäglichen Implikationen zu beschäftigen.
Zwar haben sich in diesem Blog in der Vergangenheit schon Autor:innen mit Aspekten der Arbeit und des Arbeitslebens befasst: So gab es unter anderen Artikel zum Bierbrauen und Kellnern, über die Holzschuhmacher, zur Büroarbeit, über Friseure, Kirchenschweizer und Berufskleidung, zur Hausfrauenarbeit und zur Ausbeutung von Menschen in den Kolonien, um nur einige der Beiträge hervorzuheben. Zudem ist spätestens seit dem Deutschen Volkskundekongress „Arbeit und Volksleben“ 1965 in Marburg die wissenschaftliche Befassung mit Arbeit ein Kernthema unseres Faches.