Sebastian Schröder
Seit den 1980er-Jahren bemüht sich der Verein zur Erhaltung der Burgruine Limberg e. V. darum, die Ruine der einstigen ravensbergischen Landesburg für die Nachwelt zu erhalten. Im Zentrum steht dabei eine Burganlage, die in Mittelalter und Früher Neuzeit eines von vier Herrschafts- und Verwaltungszentren war, in die sich die westfälische Grafschaft Ravensberg unterteilte.
Die Burg Limberg bei Preußisch Oldendorf im Kreis Minden-Lübbecke datiert aus der Zeit des frühen 14. Jahrhunderts. In den folgenden Jahrhunderten kam es zu baulichen Veränderungen und Umbauten. Einschneidende Baumaßnahmen sind insbesondere in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts zu beobachten. Einerseits endete die Phase der Verpfändungen, in der die Anlage mehrfach an andere Herrschaftsträger und lokale Adlige verpfändet worden war. Andererseits hatte es im Jahr 1556 auf der Burg gebrannt, sodass anschließend Wiederaufbaumaßnahmen ergriffen werden mussten; unter anderem war das Amts- und Verwaltungsgebäude betroffen gewesen. Aus dieser Epoche haben sich mehrere Pläne, Register und Bestandsaufnahmen erhalten, die auch ein ziemlich detailliertes Bild vom Burgalltag vermitteln. Man geht wohl nicht fehl, für die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts von einer „Blütezeit“ zu sprechen. Die politische Bedeutung der Limberg-Burg zeigte sich zum Beispiel auch anhand der Gerichtsbarkeit; so sprachen die Bischöfe von Osnabrück auf dem Limberg Recht und verurteilen Unrecht – unrühmliches Kapitel sind sicherlich mehrere Hexereiverfahren am Ausgang des 16. Jahrhunderts.
Infolge der Verwerfungen und Zerstörungen während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) verlor die Burg Limberg ihre Bedeutung. Dazu trugen auch veränderte Herrschafts- und Verwaltungsstrukturen bei. Allmählich verfiel die Wehranlage, unter den Brandenburgern und Preußen existierten hier bloß noch ein Gefängnis beziehungsweise ein Haftraum sowie eine Wohnung für den Förster. Des Weiteren nutzten die Menschen aus der Umgebung die ursprünglich wuchtigen Gemäuer als Steinbruch.