Christiane Cantauw
Unter der Signatur La 272 findet sich in der Bibliothek der Kommission Alltagskulturforschung ein eher unscheinbares Buch. Auf dem Buchrücken sind der Kurztitel „Mensch und Tierreich“ und die beiden Autoren Kraß und Landois eingeprägt. Schlägt man die 256 Seiten starke Publikation auf, so erfährt man, dass es sich um den ersten Band der dreibändigen Reihe „Der Mensch und die drei Reiche der Natur“ handelt; er trägt den Titel „Der Mensch und das Tierreich in Wort und Bild für den Schulunterricht in der Naturgeschichte“. Die vorliegende 13. Ausgabe ist 1903 in der Herderschen Verlagsbuchhandlung in Freiburg erschienen, die erste Ausgabe stammt aus dem Jahr 1877. In den beiden anderen Bände standen „Das Pflanzenreich“ (1. Aufl. 1881) sowie „Das Mineralreich“ (1. Aufl. 1882) im Zentrum.
Bei den beiden Autoren handelt es sich um Dr. Martin Kraß (1837–1925) und Prof. Dr. Hermann Landois (1835–1905), die auf dem Titel als „Schulrat, Kgl. Seminar-Direktor in Münster“ und „Universitätsprofessor in Münster“ bezeichnet werden. Hermann Landois wird den meisten Münster-Kenner:innen bekannt sein. Er gründete dort den Zoologischen Garten, der 1875 seine Tore öffnete, sowie das 1892 der Öffentlichkeit übergebene Westfälische Provinzialmuseum für Naturkunde; als überzeugter Vogelschützer hatte er zudem bereits 1871 den Westfälischen Verein für Vogelschutz, Geflügel- und Singvogelzucht aus der Taufe gehoben. Er war wohl das, was gemeinhin immer als „Original“ beschrieben wird.