Andreas Eiynck
Porzellan spielte im traditionellen Hochzeitsbrauch nicht nur beim Polterabend, sondern auch als Geschenk eine Rolle. Zur weiblichen Aussteuer in Stadt und Land gehörte seit dem 19. Jahrhundert und bis in die 1950er Jahre als unverzichtbarer Bestandteil Porzellangeschirr in unterschiedlicher Anzahl und Ausführung. Geradezu sprichwörtlich war das „beste Porzellanservice“ für die festliche Kaffeetafel, das gut sichtbar im Glasschrank ausgestellt wurde, aber nur selten zur Verwendung kam. Entsprechend günstig gegenüber dem täglich benutzten Alltagsgeschirr waren daher die Erhaltungsbedingungen für dieses Andenkengeschirr, besonders für dickwandige Kaffeekannen und Servierplatten, während Tassen und Teller beim Gebrauch und beim Spülen eher zu Bruch gingen.
Erkennbar ist Hochzeitsporzellan an Aufschriften wie etwa „Der Braut“ und „Dem Bräutigam“ oder „Der Hausfrau“ und „Dem Hausherrn“. Auch Segenswünsche wie „Gott segne Euren Bund“ oder Sinnsprüche wie „Zu Eurem Hochzeitsfeste Wünsch ich Euch das Allerbeste Gesundheit Glück, Zufriedenheit Bis in die fernste Lebenszeit“ sind Kennzeichen von Hochzeitsgeschenken aus Porzellan.