Künstliche Intelligenz wird die Fotografie und den Film nicht ersetzen. Zu erwarten ist aber ein ähnlicher Paradigmenwechsel wie infolge der Erfindung der Fotografie und des Films oder durch den Einzug von Digitalfilm und digitaler Fotografie. Die Bedeutung, Reichweite und Relevanz von Fotografie und Film werden sich durch die neuen technischen Möglichkeiten absehbar tiefgreifend verändern. Damit einher gehen ethische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen. Was „echt“ ist und was nicht, kann seitens der Betrachtenden immer schwieriger entschieden werden. Letztlich stellt sich die Frage, ob Authentizität künftig überhaupt eine relevante Kategorie bleiben wird, kann und soll.
Die Tagung „Echt jetzt? Fotografie/Film und KI/AI“ fragt nach der Rahmung des Feldes durch Recht und Gesetz ebenso wie nach dem praktischen Umgang mit KI-generiertem Bildmaterial durch Bildschaffende, Betrachter:innen oder Museen und Archive.
Zwischen neuen kreativen, praktischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten und der dezidierten Kritik (beispielsweise Herkunft von Trainingsdaten, Energieverbrauch, Geschichtsklitterung, Suggestionskraft) an den neuen Bildern wird ein neues Forschungsfeld im interdisziplinären kulturwissenschaftlichen Kontext konturiert.