Tagungshinweis: Echt jetzt? Fotografie/Film und KI/AI

22.07.2026 Niklas Regenbrecht

Echt jetzt?

Künstliche Intelligenz wird die Fotografie und den Film nicht ersetzen. Zu erwarten ist aber ein ähnlicher Paradigmenwechsel wie infolge der Erfindung der Fotografie und des Films oder durch den Einzug von Digitalfilm und digitaler Fotografie. Die Bedeutung, Reichweite und Relevanz von Fotografie und Film werden sich durch die neuen technischen Möglichkeiten absehbar tiefgreifend verändern. Damit einher gehen ethische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen. Was „echt“ ist und was nicht, kann seitens der Betrachtenden immer schwieriger entschieden werden. Letztlich stellt sich die Frage, ob Authentizität künftig überhaupt eine relevante Kategorie bleiben wird, kann und soll.

Die Tagung „Echt jetzt? Fotografie/Film und KI/AI“ fragt nach der Rahmung des Feldes durch Recht und Gesetz ebenso wie nach dem praktischen Umgang mit KI-generiertem Bildmaterial durch Bildschaffende, Betrachter:innen oder Museen und Archive.

Zwischen neuen kreativen, praktischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten und der dezidierten Kritik (beispielsweise Herkunft von Trainingsdaten, Energieverbrauch, Geschichtsklitterung, Suggestionskraft) an den neuen Bildern wird ein neues Forschungsfeld im interdisziplinären kulturwissenschaftlichen Kontext konturiert.

Programm:

24. September 2026

10:00                          Ankommen, Anmeldung, Stehkaffee

10:15                          Grußworte

10:30 – 11:00             Einführung (Ulrich Hägele, Tübingen)

Panel I

Risiken und Nebenwirkungen: Fragen von Recht und Glaubwürdigkeit

Moderation: Christiane Cantauw, Kommission Alltagskulturforschung für Westfalen, LWL, Münster

11:00 – 11:30             Pia Pillokat, Brühl: Prompt vs. Fotografie: Wem gehört das Bild?

11:30 – 12:00             Simone Rehm, Stuttgart: Wirklichkeit und Wahrheit in Zeiten von KI

12:00 – 12:30             Vanessa Zallot, Zürich/Luca Schaffer, Luzern: Die dokumentarische Un/Schärferelation. Dokumentarische Wahrheit und das Begehren nach Klarheit im Kontext von KI Enhancement

12:30 – 13:00             Maja Jerrentrup, Landshut: Ist das Kunst oder kann das weg? Einschätzungen zum Status von KI-generierten Werken

Bis 14:30                    MITTAGSPAUSE

Panel II

Analoge und digitale Entstehungsparadigmen: Arbeiten mit und gegen KI           

Moderation: Katrin Bauer, LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, Bonn

14:30 – 15:00             Nadine Kulbe, Dresden: Was bleibt Fotografie? Zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz bei Amateurfotograf:innen

15:00 – 15:30             Timo Saalmann, Flossenbürg: Herausfordernde Bilder. Authentische Fotografien aus Konzentrationslagern und die Präsenz ähnlicher KI-Bilder in sozialen Netzwerken

15:30 – 16:00             Lina Ruth Harder, Bergen: Erinnerung neu belichtet? KI-generierte Portraits historischer Figuren zwischen Mythos, Kontrolle und Erinnerung

16:00 – 16:30             André Wunstorf, Berlin: Resilienz für aktuelle Fotografie am Beispiel der Stadtfotografie am Landesarchiv Berlin

Bis 17:00                    KAFFEEPAUSE

17:00 – 17:30             Frederic Kausch, Bonn: KI im Vergleich zu anderen Methoden bei der Erschließung einer digitalen Fotosammlung

17:30 – 18:00             Volker Janke, Schwerin: Mehr als Bilder: Analoge Fotografien als serielle Quellen und ihre Erschließung im digitalen DAM

                                  

20:00                          Gemeinsames Abendessen in einem nahegelegenen Restaurant

25. September 2026

Panel III

Grenzen und Möglichkeiten: Diesseits und jenseits der Fotografie

Moderation: Ulrich Hägele, Universität Tübingen

9:00 – 9:30                 Martin Frech, Tübingen: Zur Farbe in der Fotografie und bei KI-generierten Bildern

9:30 – 10:00               Christian Sinn, Berlin: Die Elastizität KI-generierter Bilder. Kunstfotografie vs. KI

10:00 – 10:30             Jörg Müller, Tübingen: Generative KI und echte Fotografie

Bis 11:00                    KAFFEEPAUSE

11:00 – 11:30             Luzie Ronkholz, Köln: Dekoloniale Potenziale post-fotografischer Bilder

11:30 – 12:00             Serafina Andrew, Zürich: Optimierte Ambiguität: KI, visuelle Normierung und die Extraktion Schwarzer Ästhetiken

Bis 14:00                    MITTAGSPAUSE

Panel IV

Zwischen Kreativität und Hype

Moderation: Stefanie Grebe, Ruhr Museum / Zentrum für Fotografie Essen

14:00 – 14:30             Maximilian Jun Zhang, Tübingen: Fanpower in the Age of AI: Boys Love Fandome and the Imagination of Homosexual Intimacy

14:30 – 15:00             Florian Grundmüller, Göttingen: ELON Magazine – Hype als anthropologische Konstante

15:00 – 15:30             Laura Mitlewski, Biessenhofen: Schöpfung oder Simulation? Kreativität und der Einsatz von KI in Film und Fotografie

15:30                          Abschlussdiskussion

16:00                          Ende der Veranstaltung

Tagungsort: LWL-Museum für Kunst und Kultur, Domplatz 10, 48143 Münster

Anmeldungen zu der Veranstaltung per Mail bis zum 18. September 2026 unter:

alltagskultur@lwl.org

Konzept und Veranstaltung: Kommission Fotografie der Deutschen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft (Christiane Cantauw, Ulrich Hägele), LWL-Kommission Alltagskulturforschung für Westfalen, LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, Ruhr Museum / Zentrum für Fotografie, Essen Universität Tübingen, Institut für Medienwissenschaft/Zentrum für Medienkompetenz

 

Kategorie: Veranstaltungen

Schlagwort: Tagung